Management-Projekt
„Management-Projekt des Beethovenfestes 2009, namens „Junges Beethovenfest“: Schüler organisieren ein Hiphop-Klassik-Konzert im Rahmen des Beethovenfestes 2009. Wer hat Lust mitzumachen?“ Vereinzelt schieben sich Hände in die Höhe. Namen aufs Papier, und damit sind wir angemeldet zu einem Bewerbungsgespräch. „Ihr müsst ein Konzept entwerfen und das vorstellen.“ Also fahren wir am besagten Tag zu den Büroräumen des Beethovenfestes. Entsprechend nervös, weil vor versammeltem Personal des Festivals, stellen wir unser Ideen vor. Danach kommen die Bewerbungsgespräche. Alleine und zu zweit müssen wir uns schweißgebadet den Fragen stellen. „Kann ja nicht so schwer werden“, versuche ich mich in Gedanken zu beruhigen. „Was tust du, wenn du am Flughafen stehst und merkst, dass in dein Auto nur 4 Leute passen, aber 6 Leute aus dem Terminal kommen?“ Ja, was sagt man jetzt? Wenn man nur eine einigermaßen schlaue Antwort auf Lager hat, und irgendwie denkt, man sollte jetzt etwas Lustiges und gleichzeitig Intelligentes sagen, oder auf der Stelle verschwinden, oder irgendwie den Mitleidsbonus kassieren? 16 gespannte Augenpaare auf einen gerichtet, die einen erwartungsvoll anstarren, definitiv nicht stressabbauend. „Ich bestelle ein Taxi.“ Die Augenpaare sind weiter auf mich gerichtet, aber eigentlich bin ich fertig. Fertig im doppelten Sinne.
Eine Woche später bin ich Teil des Jungen Beethovenfestes zusammen mit 15 anderen Schülern von 4 verschiedenen Schulen um und aus Bonn. Wir werden in Kleingruppen eingeteilt und den verschiedenen Abteilungen des Festivals zugeordnet. Jetzt haben wir zwei Schülerintendanten und auch alle anderen Positionen sind zweifach besetzt. „Ist das nicht zu viel?“ Nein, das ist es definitiv nicht, wie sich in den Wochen danach herausstellt. Es gibt eine Menge Termine. Wir werden geschult. Wir lernen, wie das Beethovenfest aufgebaut ist. Wir lernen, was Marketing, Pressearbeit, die Dramaturgie und all die anderen Bereiche eines Festivals sind. Wir lernen, was Teamwork bedeutet. Wir lernen, wie man Besprechungen (mit Ergebnissen) abhält. Vor allem aber lernen wir Stress kennen. Dinge zu erledigen oder über Dinge zu sprechen, von denen man so gut wie keine Ahnung hat, das stresst einen schon. Anfang Januar besichtigen wir den Ort des Konzertes, die Straßenbahnhalle in Dransdorf. Die Straßenbahnhalle ist keinesfalls so komfortabel wie die Beethovenhalle. Es gibt keine Bühne, keine Stühle und keine Scheinwerfer. Zum jetzigen Zeitpunkt stehen hier nur Straßenbahnen. Hier gibt es also noch eine Menge zu tun, denn bis 4 Tage vor dem Konzert werden hier täglich die Straßenbahnen repariert und gewartet. Aber die Halle ist nicht der einzige Ort, an dem noch gearbeitet werden muss. In den 9 Monaten bis zum Konzert werden noch einige Tage vergehen, aber wenn dann nach dem Verklingen des letzten Tones der Applaus beginnt, dann sind wir wohl alle entlohnt und zwar gewaltig!
Marie Christine Schwalb, Schüler-Dramaturgin
